Tribal

24. AFRICA FESTIVAL (2012)

willkommen 2012

 

Ausstellung „Söhne & Töchter des Windes - die letzten Nomaden Afrikas”

Photo: © Mario Gerth


Schwerpunkt des Festivals 2012 sind die kapverdischen Inseln und Senegal - zwei Nachbarn, die eine sehr unterschiedliche Kultur entwickelt haben (siehe auch Seite 60). Passend zu diesem Thema gibt das Universitätszelt einen Überblick über die historische Entwicklung und die kulturelle Vielfalt der beiden afrikanischen Republiken. Im ARTE-Kinozelt auf dem Festivalgelände ist täglich ein Filmprogramm zum Senegal und den Kapverden zu sehen. Des weiteren wird die ­sene­galesische Modeschöpferin Madame Rama Diaw N’Diaye ihre Mode „Made in Africa” im Rahmen von täglichen Modevorführungen auf dem Basar vorstellen. Auch ihr soziales Projekt „Aissatou”, das vom Africa Festival unterstützt wird, wird sie präsentieren.

 

Neben der Musik aus den beiden Schwerpunktländern werden verschiedene Musikgruppen u.a. aus Aruba, Burkina Faso, Gambia, Ghana, Jamaika, Mali/Kuba und Nordafrika zu hören sein. Darunter sind wieder interessante Neuentdeckungen wie Y’Akoto aus Ghana/Deutschland, Sona Jobarteh, die erste weibliche Kora-Virtuosin aus Gambia und Aurélio Martinez mit seiner Garifuna Soul Band. Aurélio Martinez ist Musiker und Abgeordneter und kämpft für die Rechte des Garifuna-Volkes, Nachfahren afrikanischer Sklaven, die heute in Belize und Honduras leben.

 

Der Fernsehsender ARTE ist erneut Medienpartner des Africa Festivals. Auch in diesem Jahr überträgt „ARTE Live Web” die wichtigsten Konzerte des Festivals unter concert.arte.tv.


In diesem Jahr wird das Afrika Festival schwerpunktmäßig regionalen Initiativen, die sich für Afrika engagieren, eine Plattform bieten, um ihre Aktivitäten und Projekte einem breiten Publikum vorzustellen. So wird z.B. der Bayerische Fußballverband, Bezirk Unterfranken, mit einem Torwandschießen für Unterstützung seines Sozialprojektes in Mosambik werben.

 

Besonders ans Herz legen möchten wir unseren Besuchern die Fotoausstellung „Söhne & Töchter des Windes” des renommierten Fotografen Mario Gerth. Sie beschäftigt sich mit den letzten Nomaden Afrikas und zeigt atemberaubende Bilder. Die Ausstellung ist eine Hommage an Afrika und seine Völker und Sie sollten sie nicht verpassen!


Wir laden Sie ein zu einer bunten Reise durch die Musik und Kultur Afrikas und der Karibik und wünschen Ihnen und uns wieder ein friedliches Festival mit vielen interessanten und spannenden Begegnungen.



Ihr Afro Project Team



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FREITAG, 25. Mai 2012

STARS VON DEN KAPVERDEN UND SENEGAL

Omar Pene

MBALAX-LEGENDE AUS DEM SENEGAL

Der Sänger und Komponist Omar Pene ist 1956 in Dakar geboren und gilt in ­seiner Heimat Senegal als einer wichtigsten Mbalax-Sänger. Er wird wie eine ­Legende verehrt und seine Stimme gilt als eine der schönsten in der gesamten Weltmusik. 1974 gründete er seine Band Super Diamono de Dakar. Pene beeinflusste die westafrikanische Popmusik mindestens ebenso so sehr wie Youssou N’Dour, der ihn scherzhaft als seinen ­„Rivalen” bezeichnet, ihn aber gleichzeitig eine lebende Legende der afrikanischen Musik nennt. In den klassischen Mbalax-Sound mixt Omar Pene auch Elemente aus Jazz, Reggae und Salsa, was seine Musik sehr abwechslungsreich klingen lässt.

 

Sara Tavares 

DIE STIMME DER KAPVERDEN

Sara Tavares ist eine Entdeckung des Africa Festivals. Einen ihrer ersten ­großen Auftritte hatte sie im Jahr 2001 in Würzburg, wohin sie immer wieder gerne zurückkehrt. Die musikalischen Wurzeln der in Portugal lebenden Sängerin liegen auf den Kapverdischen Inseln, der ­Heimat ihrer Eltern. Von hier kommen viele ihrer musikalischen Inspirationen. Neben der Morna, dem Blues der Kapverden, und dem Fado, dem Blues ­Portugals, verarbeitet sie in ihren Songs auch Elemente des Pop, Soul und Jazz sowie afrikanische Rhythmen zu einem unverwechselbaren eigenen Stil. Wie ausgereift dieser Mix inzwischen ist, lässt sich auf „Xinti”, ihrer letzten CD, nachhören.

 

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SAMSTAG, 26. MAI 2012

STARKE FRAUENSTIMMEN

Y’Akoto

MUSIKALISCHE WELTENBUMMLERIN AUS DEUTSCHLAND/GHANA

Y’Akoto, die als Tochter eines Ghanaers und einer Deutschen zur Welt kam, ist eine echte Kosmopolitin. Geboren in Hamburg, aufgewachsen in Ghana und nach Zwischenstopps in Kamerun, Togo und Tschad jetzt wieder in Hamburg zu Hause, ist sie eine ruhelose Wandlerin zwischen den Welten. Für ihre erste CD „Babyblues”, die freilich sehr erwachsen klingt, hat die Sängerin alle Songs selbst komponiert. Auf „Babyblues” kehrt Y’Akoto ihr Innerstes nach außen, beispielsweise wenn sie im bewegenden „Tamba” das Schicksal eines afrikanischen Kindersoldaten besingt. Die „Soul-Seeking-Music” der 23-Jährigen geht unter die Haut. Sie ist der Geheimtipp des diesjährigen Festivals.

 

Angélique Kidjo 

HOMMAGE AN MIRIAM MAKEBA

Für viele gilt Angélique Kidjo aus Benin nach dem Tod von Miriam Makeba als die neue „Mama Africa”. Immerhin verwaltet sie in ihrer aktuellen Bühnenshow das große musikalische Erbe der charismatischen Grande Dame der afrikanischen Musik. Mit großem Erfolg gastierte sie mit ihrem „Tribute to Miriam Makeba” beim weltbekannten Montreux Jazz ­Festival, wo sie 2010 mit zahlreichen Gästen die Songs von Makeba zelebrierte. Einer der Gäste war der südafrikanische Songwriter Vusi Mahlasela, den Angélique Kidjo neben den Mitgliedern der Makeba-Band auch zum Africa Festival mitbringen wird. Mit weiteren Überraschungsgästen darf gerechnet werden.

 

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SONNTAG, 27. Mai 2012

KUBA UND WESTAFRIKA

Sona Jobarteh

KORA-VIRTUOSIN AUS GAMBIA

Sona Jobarteh aus Gambia ist die erste afrikanische Virtuosin auf der Kora, einem Instrument, das bisher eine reine Männerdomäne war. Sie ist Enkeltochter eines Meistergriots und eine Cousine von Toumani Diabaté, dem weltweit bekanntesten Koraspieler, der mit „AfroCubism” zum Africa Festival kommt. In jungen Jahren ­besuchte sie das Royal College of Music in London und war an zahlreichen Orchesterprojekten beteiligt. Sie ist außerdem Mitglied des African Classical Music Ensemble. 2008 erschien ihr Debütalbum Afro Acoustic Soul und vor kurzem veröffentlichte sie ihre neue CD  Fasiya, auf der sie neben der Kora auch Gitarre, Bass, Percussion und Kalebasse spielt und singt.

 

AfroCubism 

DER ORIGINAL BUENA VISTA SOCIAL CLUB

Die 13-köpfige Allstarband „AfroCubism” besteht aus Superstars der afrikanischen und kubanischen Musikszene. Eigentlich hätten der Kora-Virtuose Toumani ­Diabaté aus Mali und der kubanische Sänger und Gitarrist Eliades Ochoa die Basis für das werden sollen, was 1996 als Buena Vista Social Club weltweit für Furore sorgte. Doch scheiterten die in Kuba geplanten Aufnahmen damals an Visaproblemen der afrikanischen Musiker. 2010, also 14 Jahre später, fand die transatlantische Begegnung zwischen Mali und Kuba dann doch noch statt und der eigentliche Buena Vista Social Club erobert seither als „AfroCubism” die Bühnen. Feuriger Rumba und Son treffen auf filigrane Soundmalereien aus Mali.

 

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MONTAG, 28. Mai 2012

REGGAE NIGHT

Sebastian Sturm

MODERN ROOTS REGGAE FROM GERMANY

Sebastian Sturm überraschte 2006 die Reggaeszene mit seinem Debutalbum „This Change is nice”. Seither hat sich für den gebürtigen Aachener mit deutsch-indonesischem Background ­einiges getan. Seinen Roots-Reggae Wurzeln ist er für sein aktuelles Album „Get up and get going” treu geblieben, hat sich dabei aber auch für neue Einflüsse geöffnet. Das liegt auch an seiner Band „Exile Airline”, deren Musiker den Sound des neuen Albums spürbar ­geprägt haben und mit viel frischen Wind neue Kompositionen präsentieren. Der Titel der CD wird auch das Motto des Abends sein: Get up and get going!

 

Stephen Marley

REGGAE-MULTITALENT AUS JAMAIKA

Nach Bob Marleys Frau Rita und seinen Söhnen Julian und Damian kommt nun mit Stephen Marley ein weiterer Sprössling der Reggae-Ikone zum Africa Festival. Der 1972 geborene Stephen ist ein musikalisches Multitalent. Er ist nicht nur Musiker und Komponist, sondern hat auch als Produzent schon an wichtigen und erfolgreichen Platten mitgewirkt wie beispielsweise der Grammy-gekrönten Kooperation seines Bruders Damian mit dem Rapper Nas. 2007 veröffentlichte Stephen sein erstes Soloalbum „Mind Control", auf dem er Roots-Reggae mit modernem Ragga fusionierte. 2011 folgte dann „Revelation Part 1: The Root of Life".

 

 
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Offene Bühne 2012

FREITAG, 25. Mai 2012

Modou Seck

TRADITIONELLE MUSIK AUS DEM SENEGAL

Modou Seck lernte das Sabar-Trommeln vom Meisterperkussionisten Doudou N`Daye Rose und begleitete ihn auf dessen Tourneen. Seck ist in Dakar/Senegal in der Kaste der Griots geboren. Er war Mitglied im Nationalballett und Lehrer in der rhythmischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Seit 1989 ist er erfolgreich mit verschiedenen Musikformationen wie Tam Tam Magic unterwegs, mit der er beim Africa Festival gastieren wird.

 

Tcheka

SINGER-SONGWRITER VON DEN KAPVERDEN

Der 1973 geborene Manuel Lopes Andrade gehört zu den jungen kapverdischen Musikern, die sich wieder auf die Afro-Wurzeln der Archipelbewohner berufen. Schon als junger Mann begann er, die traditionelle Musik durch Erdung und Experiment zugleich zu erneuern. Sein Markenzeichen ist hierbei die Batuque Musik der ehemaligen Sklaven. Er ist auch ein exzellenter Gitarrist. Sein aktuelles Album „Dor de Mar” erhielt vom britischen Weltmusik-Magazin „Song­­lines” die Höchstwertung.

 

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SAMSTAG, 26. Mai 2012:

 

Kora Jazz Trio

AFRO-JAZZ AUS DEM SENEGAL

Das Trio bedient sich bei afrikanischen Mandingo-Klängen und kombiniert diese mit den Freiheiten des Jazz. Der senegalesische Pianist Abdoulaye Diabaté, Perkussionist Moussa Cissoko und der Kora-Spieler Djeli Moussa Diawara aus Guinea, ein Halbbruder von Mory Kanté, führen den Jazz zu seinen afrikanischen Wurzeln zurück und lassen ihrer musikalischen Leidenschaft freien Lauf.

Roman Bunka & the Shamandura Project

OUD-VIRTUOSE TRIFFT MEISTERTROMMLER NORDAFRIKAS

“Shamandura” nennen die nubischen Schiffer ihre Markierungen am Nilufer, an denen sie sich bei ihrer Navigation durch die gefährliche Strömung der nubischen Katarakte orientieren. Im Projekt des Oud-Virtuosen Roman Bunka sind nordafrikanische Rhythmen, gespielt von den Meistertrommlern Rhani Krija aus Marokko und Lassad Hosni aus Tunesien, die musikalischen Wegzeichen. Ergänzt wird das Projekt von Saxophonist Roland Schäffer.

 

Sia Tolno

DIE NEUE STIMME AUS GUINEA

Es ist kein Zufall, dass eine Jury von Radio France International unter Vorsitz von Richard Bona im letzten Jahr die Sängerin Sia Tolno als beste musikalische Neuentdeckung Afrikas auszeichnete. Die Sängerin mit der kräftigen, warmen Stimme sagt von sich selbst „Ich bin eine Rocknatur”. Gleichwohl verwendet sie in ihrer Musik traditionelle afrikanische Instrumente. Bekannt ist sie für ihre Bühnenpower, mit der sie ihre Songs mit Elementen aus Rumba, Reggae, Soukous und Afrobeat interpretiert.

 

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SONNTAG, 27. Mai 2012:

Mamadou Diabaté’s Percussion Mania

TRADITIONELLE MUSIK AUS BURKINA FASO

So bunt wie das Leben auf einem westafrikanischen Marktplatz ist die Musik von Mamadou Diabaté und seiner Percussion Mania. Melodisches Balafonspiel, kraftvolle Rhythmen und afrikanische Gesänge sorgen für ausgelassene Stimmung auf der Bühne und im Publikum. Balafonvirtuose Mamadou Diabaté aus Burkina Faso wird von fünf Landsleuten begleitet, die verschiedenste Perkussionsinstrumente beherrschen.

 

Fantcha

DIVA DER KAPVERDISCHEN MUSIK

Die Sängerin Fantcha stammt aus Mindelo auf den Kapverden und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Anstatt wie andere Mädchen mit Puppen zu spielen, musizierte sie lieber mit ihren Brüdern. Schon früh war sie im kapverdischen Karneval aktiv, ehe sie Cesária Évora, die kürzlich verstorbene Grande Dame der kapverdischen Musikzene, kennenlernte. Sie führt die Tradition der Kapverden-Musik mit afrikanischen, kubanischen und portugiesischen Einflüssen fort.

 

Bebey Prince Bissongo

GITARRENGENIE AUS BURKINA FASO

Aufgewachsen mit den musikalischen Traditionen Burkina Fasos, erweitert der charismatische Gitarrist und Sänger Bebey Prince Bissongo die Rhythmen seiner Kindheit, indem er sie gekonnt mit Zutaten aus Jazz, Blues, Rock und Funk ergänzt. So erweist er sich als würdiger Nachfolger seines Vaters, dem „Kaiser Bissongo”, der schon in den Siebzigern und Achtzigern die Massen zum Tanzen brachte.

 

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MONTAG, 28. Mai 2012:

Wally Warning

CALYPSO, REGGAE UND SOUL AUS ARUBA

Der Reggae-Sänger Wally Warning stammt von der kleinen Karibikinsel Aruba. Auf vielen Bühnen der Welt zuhause, gelang ihm 2007 der Sommerhit „No Monkey”. Die Mischung macht’s bei ihm: Wenn Wally Warning, Sänger, Gitarrist und Bassist auf der Bühne steht, springt der Funke schnell über. Wally Warning ist nicht nur engagierter Wanderer zwischen den Welten, er kreiert eine „Weltmusik”, die sich keiner Kategorie verpflichtet fühlt.

 

 

Leo’s Den

20 JAHRE REGGAE AUS WÜRZBURG

Lange ist es her, dass sich die Ursprungsmitglieder der Leo’s in einem kleinen Kellerraum trafen, um ihren Reggae zu produzieren. Viele Musiker kamen und gingen, doch der Kern wusste von Anfang an, welche Art von Reggae aus ihrem Herzen wollte! So fand sich die Leo’s Family zusammen und begeisterte im In- und Ausland. Durch ihre Ehrlichkeit und Wärme berühren sie direkt das Herz und nähren die Seele! Echter Roots Reggae eben ...

Aurélio & the garifuna soul band

GARIFUNA-MUSIK AUS HONDURAS

Aurélio Martinez ist der musikalische Erbe des viel zu früh verstorbenen Andy Palacio. Seit vielen Jahren widmet er sich der Garifuna-Musik der ehemaligen schwarzen Sklaven. Er ist nicht nur Musiker, sondern als erster schwarzer Abgeordneter im Parlament von Honduras auch politisch aktiv. Seine aktuelle CD, auf der auch Youssou N’Dour mitwirkte, wurde im Weltmusik-Magazin Songlines unter die zehn besten Weltmusik-Alben des Jahres 2011 gewählt.

 

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