Tribal

AWARD 2015

Laudatio für die Preisträger des

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Klaus Doldinger & Sarah Bergh Festival Award 27.Africa Festival Würzburg 2015

Klaus Doldinger & Sarah Bergh Festival Award 27.Africa Festival Würzburg 2015 // © Bugs Steffen


Die Person, die in diesem Jahr den ersten Festival Award erhalten wird, gehört sozusagen zum festen Inventar des Africa Festivals, so lange ist sie schon bei uns dabei.


Wenn man sie auf dem Festivalgelände sieht, dann wird man ihr stets lächelnd begegnen. Sie ist die personifizierte Freundlichkeit und strahlt eine unwiderstehliche Gelassenheit aus.


Gerne lässt man sich auf ein Gespräch mit ihr ein. Dann sollte man aber etwas Zeit mitbringen. Denn sie redet gerne, manchmal auch viel. Aber nie zu viel. Und sie hat etwas zu sagen. Denn sie ist sehr gebildet. An der Universität, an der sie studierte, hat sie sich gar nicht erst mit nur einem einzigen Fach aufgehalten, sondern sich gleich in mehreren Disziplinen betätigt.


Die Person von der ich spreche versprüht Charme und Energie in gleichem Maße. Was sie anpackt, das verfolgt sie mit großem Engagement. Es ist eine junge Frau, von der ich gerade spreche. Sie ist eine engagierte Vermittlerin und Mittlerin zwischen der europäischen, deutschen  und afrikanischen Kultur. Und scheut dabei auch kritische Worte nicht. Für neue Ideen hat sie stets ein offenes Ohr und bei der Umsetzung ist sie eine hilfsbereite Partnerin.


Auf der Bühne oder besser den Bühnen des Africa Festivals ist sie seit vielen Jahren zu Gast und zu Hause. Mit großem Enthusiasmus bringt sie dem Publikum die auftretenden Musiker nahe. Sie ist über all die Jahre, in denen sie bei uns ist, das Gesicht des Festivals geworden und wir hoffen, dass sie uns noch lange treu bleibt. Der Festival Award Nummer eins geht in diesem Jahr an unsere geschätzte und charmante Moderatorin Sarah Bergh.


Roman Bunka Portrait 27.Africa Festival Würzburg 2015 1

Roman Bunka // © Bugs Steffen


Nun kommen wir zum zweiten Preisträger in diesem Jahr, auf den wir als Würzburger besonders stolz sind. Denn er ist einer von uns, auch wenn er schon lange nicht mehr hier ist. Der Basketball-Weltstar Dirk Nowitzki ist ja auch einer von uns, obwohl er schon seit vielen Jahren in Amerika zu Hause ist. Aber seine sportliche Karriere wäre nun mal ohne Würzburg nicht denkbar gewesen. So verhält es sich auch mit unserem Preisträger.


Geboren ist er nicht bei uns, aber er hat hier die Schulbank gedrückt. Und schon in jungen Jahren machte er mit seinem Instrument die Bühnen der Stadt unsicher. Zunächst war er den blauen Tönen zugeneigt, für die er mit ein paar Gleichgesinnten eine Kampagne startete. Doch schon bald war ihm das nicht mehr genug und Würzburg für ihn zu klein. Von den blauen Tönen zog es ihn zu ungeraden Takten und allerlei musikalischen Experimenten in diversen Bands. Er bereiste nun andere Länder und Kontinente und wandte sich einem neuen Instrument zu, das hierzulande nur Insidern ein Begriff war. Afrika genauer Nordafrika, wo dieses Instrument sehr populär ist, wurde nun zu seiner zweiten Heimat. Er hat mit vielen berühmten Musikern gespielt und tut dies heute noch. Wir sind froh, dass er wieder einmal in seine alte Heimat zurückgekommen ist und uns in diesem Jahr gleich zweimal seine Meisterschaft und Virtuosität auf der Oud und der Gitarre  demonstrieren wird.  Für seine großen Verdienste um den musikalischen Dialog zwischen Europa und Afrika zeichnen wir „unseren“ Roman Bunka mit dem Africa Festival Award aus.


Klaus Doldinger Live 27.Africa Festival Würzburg 2015 2

Klaus Doldinger // © Bugs Steffen

 

Eigentlich könnte ich mir bei unserem dritten Preisträger eine Laudatio ersparen. Ich könnte jetzt die Titel von zwei oder drei seiner bekanntesten Kompositionen nennen und Sie alle wüssten, wen ich meine. Speziell, wenn sie ab und zu am Sonntag vor Ihrem Fernsehgerät sitzen.

 

Viele werden ihn vordergründig nicht so sehr als einen Musiker wahrgenommen haben, der eine enge Verbindung zur Musik des afrikanischen Kontinents hat. Aber die musikalische Disziplin, in der seit Jahrzehnten zu Hause ist, wäre ohne die Musik Afrikas gar nicht denkbar. Seine unzähligen Konzertreisen haben ihn aber auch nach Afrika geführt. Und Neuem stets aufgeschlossen und immer neugierig auf außergewöhnliche musikalische Begegnungen hat er auch mit afrikanischen und brasilianischen Musikern gespielt und tut es immer noch.

 

Vor Jahrzehnten hat er eine Band ins Leben gerufen, mit der er, ohne einen Pass zu benötigen, in unterschiedlichste musikalische Welten reist.  Und in den Anfangstagen saß in dieser Band ein Mann hinter dem Schlagzeug, der in der deutschen Rockmusik eine der sagenhaftesten Karrieren gemacht hat.

 

Ich will es kurz machen und sie nicht länger auf die Folter spannen. An diesem „Tatort“, an dem ich hier stehe, wollen wir einen Mann für sein Lebenswerk, speziell aber für seine geradezu visionäre Vermittlerfunktion zwischen dem Jazz und der afrikanischen Musik, insbesondere der brasilianischen und marokkanischen, auszeichnen. Herzlichen Glückwunsch Klaus Doldinger.

 

 

 

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